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| Einige der schönsten Glossen erscheinen in loser Folge hier für Sie zur Probe... -> Zum nagelneuen Glossenarchiv Aua Wenn man so alt ist wie ich, also Mitte...naja, sagen wir mal Ende...( falls man all die verregneten Wochenenden mitrechnet( frei nach Dorothy Parker),- wenn man also bereits ziemlich lange mit diesem und jenem Aua unterwegs gewesen ist, dann kann man den Service, den Ärzte bieten, recht gut beurteilen. Beziehungsweise schlecht beurteilen. In St.Pauli befindet sich eine Ambulanz, die ich einmal nachts aufsuchte, weil ich meine Schulter verrenkt hatte. In St.Pauli wird man ja normalerweise nur mit Sachen konfrontiert, die es sonst nur im Fernsehen gibt. Der junge Arzt - Ärzte sind jetzt immer jünger als ich, genau wie Politiker, Busfahrer und potentielle Liebhaber - haute mir derart auf die Schulter, dass mir ein nicht druckreifer Aufschrei entfuhr. Nana, Frau Müller, sagte er väterlich zu mir, jetzt müssen wir uns wohl den Mund mit Seife auswaschen! Sowas hatte ich zuletzt gehört, als ich sieben war; ich glaube, in einem Dieter-Borsche-Film. Überhaupt kann ich es nicht leiden, wenn der Herr Doktor einen behandelt, als hätte man nicht alle Tassen im Schrank, und auf Nachfragen, was man denn nun wirklich habe, mit Da machen Sie sich mal keinen Kopf drum! antwortet. Mach ich wohl! Deshalb gucke ich auch immer in meiner Patientenkarte nach, wenn er mal kurz rausgeht. Meistens klappt das, nur bei Dr.S. nicht, bei dem ich früher verkehrte und der inzwischen pensioniert ist. Er war mal in russischer Kriegsgefangenschaft und hatte russisch sowohl sprechen als auch schreiben gelernt. Und trug seine Bemerkungen in kyrillischer Schrift ein. Das mag ja noch angehen, aber er schrieb in Spiegelschrift. Sein Nachfolger muss noch dümmer aus der Wäsche geguckt haben als ich. Fanny Müller |
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